DapuStor R6060: Neue Enterprise-SSD setzt mit 512 TB Kapazität neue Maßstäbe
Nach ComputerBase hat DapuStor auf der Speichermesse FMS 2026 die erste Enterprise-SSD mit 512 TB Kapazität im EDSFF-E2-Format präsentiert.

Der Datenträger setzt auf QLC-NAND und PCIe 5.0 und verdoppelt damit das bisherige Marktmaximum von 256 TB. Für Beschaffung und Rack-Planung im Server-Großhandel verschiebt sich die Speicherdichte pro Höheneinheit messbar.
Kapazitätssprung im E2-Steckkartenformat
Die R6060-Serie erreicht 512 TB durch 64 NAND-Pakete mit jeweils bis zu 8 TB. Das E2-Format mit Abmessungen von 200 × 76 × 9,5 mm ist unter den EDSFF-Varianten aktuell der einzige Formfaktor, der diese Packungsdichte mechanisch abbildet. E1.L und E3.L bleiben laut ComputerBase bei 256 TB limitiert; das klassische 2,5-Zoll-Serverformat wird von DapuStor in dieser Kapazitätsklasse nicht angeboten. Resultat: Zwei R6060-512-TB-Laufwerke summieren sich auf 1 PB Bruttokapazität in einem kompakten 1-HE-Träger, sofern das Chassis zwei E2-Slots aufnimmt.
Architektur und Lieferkette
Als Controller kommt nach Einschätzung von ComputerBase mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Chip der DP800-Serie zum Einsatz, vermutlich der DP816 mit 16 Speicherkanälen. Die Anbindung erfolgt über PCIe 5.0. Der NAND-Zulieferer ist offiziell nicht bestätigt; passende 2-Tbit-QLC-Dies liefern mehrere Hersteller, darunter YMTC mit dem X4-6080. Samsung bietet bislang kein 2-Tbit-QLC-Die an und wird in dieser Klasse erst für 2027 erwartet. Sandisk peilt ebenfalls 2027 an. DapuStor liegt damit rund ein Jahr vor den etablierten Wettbewerbern. Laut Hersteller ist die R6060 für Scale-Out-Speichersysteme und KI-Trainingscluster konzipiert. Konkrete Listenpreise oder Garantielaufzeiten wurden bislang nicht kommuniziert.
Was in der Beschaffung jetzt zu prüfen ist
Drei operative Punkte für IT-Verantwortliche und Einkauf:
1. Liefertermin und Distributionskanal. DapuStor distribuiert in Deutschland über selektive Channels. Verfügbarkeit, Mindestabnahmemenge und Vorlaufzeiten direkt beim Distributor anfragen, bevor ein Pilotprojekt terminiert wird.
2. Ausfall- und Rebuild-Verhalten. Ein Geräteausfall betrifft 512 TB in einem Schritt. RAID-Set-Design, Hot-Spare-Pool und Wiederherstellungszeiten neu kalkulieren. RAID-6 beziehungsweise Erasure Coding mit ausreichender Parität ist Pflicht; Rebuild-Stunden unter Spitzenlast im Testaufbau verifizieren.
3. TCO und Thermik. Höhere Packungsdichte senkt Rack-Fläche und kann zusätzliche Server-Hardware einsparen. Gleichzeitig steigen thermische Verlustleistung und Strombudget pro TB. Sobald Listenpreise vorliegen, Preis pro TB, DWPD und Garantielaufzeit gegen die 256-TB-Klasse sowie gegen dichte HDD-Konfigurationen rechnen.
Spezifikationen
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Modell | DapuStor R6060 |
| Bruttokapazität | 512 TB |
| Formfaktor | EDSFF E2 (200 × 76 × 9,5 mm) |
| NAND-Typ | QLC |
| Interface | PCIe 5.0 |
| NAND-Pakete | 64 × max. 8 TB |
| Controller (vermutet) | DapuStor DP816, 16 Kanäle |
| Zielsegment | Enterprise, KI-Training, Scale-Out |
| Lieferstatus | Messepräsentation, FMS 2026 |
| Wettbewerb | Sandisk 2027, Samsung 2027 (erwartet) |