DapuStor R6060: 512 TB Kapazität im E2-Format für effiziente Server-Cluster
Auf der diesjährigen FMS 2026 in Santa Clara hat DapuStor eine NVMe-SSD gezeigt, die das gewohnte Bild von Steckkartenformaten sprengt: Die R6060 bringt 512 TB in einem einzigen E2-Laufwerk unter.

Das ist deutlich mehr, als aktuelle E3.L- oder E1.L-Modelle mit rund 256 TB liefern, und es verschiebt die Überlegungen zur Serverdichte spürbar – auch für Administratoren, die in den kommenden Monaten Ausschreibungen für KI- und Inferenz-Workloads vorbereiten.
Warum der E2-Formfaktor der eigentliche Knackpunkt ist
Die R6060 ist nicht einfach ein dickerer E3.L-Aufbau. Das E2-Format erweitert das Gehäuse um wenige Millimeter in Tiefe und Breite und schafft so zusätzliche NAND-Plätze, die in den schmaleren EDSFF-Varianten physikalisch nicht unterzubringen sind. Wer mit dichteren Bestückungen plant, etwa einem Server mit 36 E2-Bays, landet bei voller Bestückung schnell bei etwa 16 PB Kapazität pro System. Das bedeutet für die Praxis, dass sich mit derselben CPU-Plattform und demselben Chassis deutlich mehr Rohkapazität adressieren lässt, ohne weitere Server, Netzteile oder Motherboards parallel betreiben zu müssen. Gerade in Racks mit begrenztem Strombudget schlägt diese Konsolidierung doppelt durch: weniger CPUs, weniger NICs, weniger DIMMs – und damit ein spürbar kleinerer CO₂- und Watt-Footprint pro nutzbarem Terabyte.
Was das für Beschaffung und Roadmap bedeutet
DapuStor ordnet die 512-TB-R6060 in seine High-Capacity-Familie ein und setzt dabei auf QLC-NAND. Genau diese Sorte ist aktuell stark nachgefragt, weil Trainingsdaten-Pools, Inferenz-Caches und Video- bzw. Audioarchive die Nachfrage nach Kapazität eher nach oben treiben als nach IOPS. Für den Einkauf verschiebt sich dadurch die Kostenstruktur: Solange die NAND-Preise hoch sind, dominiert der Speicherchip den Systempreis – kleinere Laufwerke mit derselben Gesamtnutzlast verlieren dann ihren wirtschaftlichen Vorteil. Wer eine Beschaffung für 2026/2027 vorbereitet, sollte daher nicht nur die Terabyte-pro-Dollar-Kennzahl prüfen, sondern auch den Formfaktor im Verhältnis zur vorhandenen Server- und Backplane-Plattform. E2 ist noch kein Mainstream, wer jetzt auf E3.L setzt, kann bestehende Chassis weiternutzen; wer neu plant und auf maximale Dichte pro CPU-Sockel zielt, sollte E2-Bays und Dual-Port-Backplanes von vornherein mit ausschreiben.
Worauf in den nächsten Monaten zu achten ist
Preise nennt DapuStor bislang nicht – nach Einschätzung von ServeTheHome ist angesichts der aktuellen NAND-Konjunktur aber mit einem deutlich höheren Stückpreis als bei 256-TB-Modellen zu rechnen. Sinnvoll ist es, Pilotprojekte klein zu halten und vorab die thermischen Bedingungen im Rack zu prüfen, weil E2-Laufwerke mit mehr NAND-Paketen pro Slot auch mehr Abwärme pro Bay erzeugen. Eng damit verknüpft ist der Trend, den AIC auf derselben Messe mit seinen „Context Memory"-Plattformen adressiert hat: Eine Flash-Schicht zwischen GPU-Speicher und Kapazitätstorage, die den KV-Cache für KI-Inferenz hält. Solche Architekturen verlangen konsistente Latenzen und hohe Kapazität gleichzeitig – genau das Feld, auf dem die R6060 spielen soll. Wer heute Server-Racks für Inferenz-Workloads designt, sollte E2-Bays, Dual-Port-Backplane und NVMe-over-Fabrics-Anbindung als gemeinsamen Nenner auf die Anforderungsliste setzen, statt sie in zwei getrennten Projekten zu verhandeln.