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PJM-Regelung: Rechenzentren müssen Stromkapazitäten künftig selbst sichern

Laut Data Center Knowledge hat PJM Interconnection am 13.

PJM-Regelung: Rechenzentren müssen Stromkapazitäten künftig selbst sichern

August bei der Federal Energy Regulatory Commission (FERC) ein „Conditional Reliability Framework" beantragt. Es richtet sich an neue Großverbraucher mit mindestens 50 MW Spitzenlast – Rechenzentren sind explizit eingeschlossen. Kernmechanik: Wer keine qualifizierte Kapazität nachweist, wird bei Engpässen vor allen anderen Verbrauchern abgeregelt. PJM strebt einen Inkraftsetzungstermin am 12. Oktober 2026 an.

Schwellenwerte und Kapazitätspflicht

Ein „New Large Load" liegt vor, wenn die Last ab dem 1. Juni 2027 erstmals bezieht oder inkrementell wächst und an einem Standort kumuliert 50 MW Spitzenleistung erreicht. Verbundene Anlagen im Radius von einer Meile zählen als ein Standort. Damit trifft die Regelung das typische Hyperscale- und Colocation-Profil: hohe Dichte, schrittweiser Ausbau, campusartige Strukturen.

Load Serving Entities (LSEs) müssen für jeden New Large Load qualifizierte neue Kapazität in Höhe der registrierten Spitzenlast benennen. Fehlt dieser Nachweis, fällt der ungedeckte Anteil unter den Interim Resource Adequacy Service (IRAS). IRAS-Abschaltungen greifen zeitlich vor der Pre-Emergency Load Management Response – also vor allen netzweiten Notlastmaßnahmen. Eine Last mit ausreichend qualifizierter Kapazität zur Deckung der registrierten Spitze ist von IRAS ausgenommen.

Pfade zur Kapazitätsdeckung

Drei Bausteine stehen zur Verfügung. „Bring Your Own New Capacity" (BYONC) akzeptiert neue Erzeugung, Leistungssteigerungen, Surplus Interconnection Service, repowerte Anlagen, Brennstoffumstellungen, Speicher sowie bestimmte Demand-Response- und DER-Aggregationen. Allocated Reliability Backstop Procurement (RBP) UCAP kann Teile oder die gesamte Kapazitätsanforderung abdecken. Eine Kombination aus BYONC, RBP UCAP und verbleibendem IRAS ist zulässig.

Ab dem Lieferjahr 2029/30 fließen ausgeschlossene New-Large-Load-Mengen in die Variable Resource Requirement-Kurven der Reliability Pricing Model-Kapazitätsauktionen ein. PJM subtrahiert diese Volumina vom regionalen Zuverlässigkeitsbedarf und beschafft dafür keine zusätzliche RPM-Kapazität. Effekt: Standorte ohne qualifizierte Eigenkapazität reduzieren das Auktionsvolumen zulasten ihrer eigenen Versorgungssicherheit.

Prüfliste für die Standortplanung

Vergütung, Messung und Anweisung der Reduktionen verbleiben bei staatlich regulierten Einzelhandelsregelungen. Der Antrag wahrt nach Darstellung von PJM die Hoheit der Bundesstaaten über Retail-Lastabsenkungsprogramme. Konkrete Parameter – etwa die Höhe der FERC-zugelassenen Rate – sind im aktuellen Stand noch nicht beziffert.

Drei harte Prüfpunkte für Betreiber im PJM-Gebiet: prognostizierte Spitzenlast pro elektrischem Standort inklusive Meilenradius-Konsolidierung; Anteil qualifizierbarer Eigenkapazität entlang der BYONC-Liste; LSE-Verträge, die die IRAS-Hierarchie sauber abbilden. Wer hier Lücken lässt, bezahlt sie zuerst bei der nächsten Notabschaltung.