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Gartner Magic Quadrant 2026: Was Enterprise-Storage-Anbieter wirklich leisten

Nach Angaben von „Security, Storage und Channel Germany“ hat Gartner den Magic Quadrant 2026 für Enterprise-Storage-Plattformen veröffentlicht.

Gartner Magic Quadrant 2026: Was Enterprise-Storage-Anbieter wirklich leisten

Als führende Anbieter werden darin Everpure, Huawei, HPE, NetApp, Dell Technologies und IBM genannt; Everpure steht laut dem Bericht an der Spitze. Für IT-Verantwortliche ist das vor allem ein Anlass, bestehende Storage-Entscheidungen gegen die eigenen Betriebsanforderungen zu prüfen – nicht, die Rangliste ungefiltert in eine Einkaufsliste zu übersetzen.

Was sich aus der Einordnung ablesen lässt

Die aktuelle Auswahl zeigt zunächst, welche Hersteller Gartner in diesem Marktsegment als führend bewertet. Für Unternehmen mit heterogenen Umgebungen ist das ein relevanter Hinweis, weil Enterprise-Storage selten nur aus einem einzelnen System besteht: Im Alltag müssen Kapazität, Verfügbarkeit, Administration und bestehende Infrastruktur zusammenpassen.

Die Platzierung von Everpure an der Spitze ist dabei eine Marktinformation, aber noch keine technische Empfehlung für jede Umgebung. Ein Storage-System kann im Gartner-Raster gut positioniert sein und trotzdem für einen konkreten Betrieb ungeeignet sein, wenn etwa vorhandene Schnittstellen, Administrationsprozesse oder die gewünschte Ausbaustufe nicht passen. Genau an dieser Stelle entstehen in der Praxis die typischen Fehlentscheidungen: Die Organisation übernimmt eine Herstellerbewertung, ohne zu prüfen, ob das Produkt die eigenen Workloads und Betriebsabläufe abbildet.

Das bedeutet für die Praxis: Die sechs genannten Anbieter sollten zunächst als Vergleichsfeld betrachtet werden. Erst danach gehört die Frage auf den Tisch, welcher Anbieter die Anforderungen an Leistung, Kapazität, Ausfallsicherheit und Integration tatsächlich erfüllt.

So wird aus der Marktübersicht eine belastbare Prüfung

Am Schreibtisch beginnt eine sinnvolle Bewertung nicht mit dem Logo auf dem Datenblatt, sondern mit dem konkreten Support-Fall. Welche Anwendungen greifen auf den Storage zu? Welche Daten müssen schnell verfügbar sein, welche können auf einer kostengünstigeren Ebene liegen? Wie wird das System überwacht, erweitert und im Fehlerfall wieder in Betrieb genommen?

Für die Vorauswahl empfiehlt sich ein einheitliches Prüfschema für alle sechs Anbieter:

  • Betriebsmodell: Passt die zentrale Administration zur vorhandenen IT-Organisation?
  • Anwendungsbezug: Werden die tatsächlich eingesetzten Systeme und Datenzugriffe unterstützt?
  • Kapazitätsplanung: Lässt sich der Speicherbedarf schrittweise erweitern, ohne die Architektur frühzeitig neu aufzubauen?
  • Migrationsaufwand: Welche bestehenden Daten und Arbeitsabläufe müssten verändert werden?
  • Support und Betrieb: Sind Zuständigkeiten, Wartung und Fehleranalyse für das eigene Team praktikabel?
  • Nachweis im Test: Lassen sich die entscheidenden Anforderungen in einem Proof of Concept reproduzierbar prüfen?

Wichtig ist, dass dabei nicht nur die maximale Leistung betrachtet wird. Ein System, das im Labor hohe Werte erreicht, kann im laufenden Betrieb durch komplexe Verwaltung, fehlende Transparenz oder einen schwierigen Umstieg zusätzliche Arbeit verursachen. Für kleinere Storage-Teams ist diese Betriebslast oft entscheidender als ein einzelner Spitzenwert.

Was Einkäufer jetzt beobachten sollten

Die Gartner-Einordnung liefert einen aktuellen Marktüberblick, ersetzt aber weder eine Bestandsaufnahme noch eine Ausschreibung mit klaren Kriterien. Vor einer Beschaffung sollten Unternehmen deshalb dokumentieren, welche Systeme bereits vorhanden sind, welche Daten migriert werden müssten und welche Anforderungen im täglichen Betrieb nicht verhandelbar sind.

Der praktische nächste Schritt ist ein Herstellervergleich mit identischen Fragen und identischen Testdaten. Dabei sollte jede Aussage des Anbieters in eine überprüfbare Anforderung übersetzt werden: nicht nur, ob eine Funktion vorhanden ist, sondern wie sie administriert wird, welche Abhängigkeiten bestehen und wie sich ein Fehlerfall für das eigene Team darstellt.

Parallel berichtet openPR.com über eine Prognose, nach der der Data-Center-Storage-Markt von 577,70 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 959,82 Millionen US-Dollar im Jahr 2034 wachsen soll. Für die konkrete Auswahl eines Enterprise-Systems ersetzt diese Markterwartung jedoch keine technische Prüfung. Entscheidend bleibt, ob die geplante Plattform den eigenen Datenbestand zuverlässig, nachvollziehbar und mit vertretbarem Betriebsaufwand unterstützt.