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Effiziente Kühlstrategien für Server und Storage im Rechenzentrum

Storage-Insider hat zusammengetragen, was jeder IT-Einkäufer wissen sollte, der über Kühlkosten im RZ mitentscheidet: In älteren Serverräumen und Rechenzentren kann die Kühlung für mehr als 50…

Effiziente Kühlstrategien für Server und Storage im Rechenzentrum

Kühlung im Rechenzentrum: Wo der Strom wirklich hingeht

Storage-Insider hat zusammengetragen, was jeder IT-Einkäufer wissen sollte, der über Kühlkosten im RZ mitentscheidet: In älteren Serverräumen und Rechenzentren kann die Kühlung für mehr als 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs verantwortlich sein. Das ist kein Randthema – das ist der größte einzige Posten in den laufenden Betriebskosten. Wer hier optimiert, spart nicht an der falschen Stelle, sondern am Hebel mit der höchsten Hebelwirkung auf die TCO.

Maßnahmen mit direktem Impact auf die Stromrechnung

Die simpelste Stellschraube: Temperaturniveau anheben. Statt auf klassische 20 °C herunterzukühlen, sind 25 °C inzwischen branchenüblich – große Rechenzentrumsbetreiber arbeiten sogar mit 27 °C. Die IT-Systeme sind in der Regel für den Betrieb bis 35 °C spezifiziert, entsprechend großzügig ist das Fenster. Wer allerdings blind die Solltemperatur hochdreht, ohne das Innere der Racks kontinuierlich über Systemmanagement-Tools zu überwachen, spielt russisches Roulette mit Verfügbarkeit und Datenintegrität. Hier sollte jeder Lifecycle-Management-Prozess Monitoring vorsehen.

Auf Rack-Ebene zählt vor allem Luftführung: Kalte Luft gezielt an die Vorderseite der Racks bringen – klassisch über Kaltgang oder Doppelboden. Wo die Deckenhöhe keinen Doppelboden zulässt, sind In-Row-Kühler die pragmatische Alternative, die warme Abluft an der Rückseite aufnehmen, kühlen und an der Vorderseite wieder ausstoßen. Gleichzeitig gilt: Nicht belegte Einschübe konsequent mit Blenden abdichten. Jeder offene Slot ist ein Bypass, über den warme Abluft nach vorn strömt und sich mit der Kaltluft mischt – ein Effizienzkiller, der sich über das gesamte Rack summieren kann.

Formfaktor und Positionierung als Kaufargumente

Hier wird es für den Einkauf interessant: Systeme mit größerem Formfaktor – 2U statt 1U, oder die zunehmend nachgefragten 21-Zoll-Systeme – bieten eine größere Gerätefront. Mehr Frontfläche bedeutet mehr Luftdurchsatz, und im Inneren lässt sich Platz für größere Kühlkörper und Lüfter schaffen. Größere Kühlkörper haben mehr Fläche zur Wärmeabgabe, größere Lüfter drehen langsamer bei gleichem Volumenstrom und verbrauchen damit weniger Strom. Das ist keine Marketingzahl, sondern ein physikalischer Zusammenhang – relevant bei der Allokation neuer Systeme über drei bis fünf Jahre Betriebsdauer.

Die Positionierung im Rack selbst ist ebenfalls ein Kostenfaktor: Leistungssysteme mit hohem TDP-Wert gehören möglichst nah an den Kaltluftauslass – bei Doppelboden-Konfiguration also nach unten. Stehen andere Geräte zwischen starken Compute-Nodes und dem Luftauslass, erreicht weniger kalte Luft die Hitzeproduzenten. Bei hoher Leistungsdichte stößt Luftkühlung ohnehin an Grenze; dann ist Flüssigkühlung mit ihrer höheren Wärmekapazität der wirtschaftlichere Weg, wenn die Alternative Ausfälle und Throttling sind.

Einordnung für den Einkauf

Was bedeutet das für Beschaffungsentscheidungen? Erstens: Wer beim nächsten RZ-Refresh nur auf Spezifikationen und Listenpreise schaut, ignoriert den größten Kostentreiber im Betrieb. Kühlkonzept und Formfaktor sollten Pflichtkriterien im Lastenheft sein. Zweitens: Die Maßnahmen – Temperaturanhebung, Blenden, Luftführung – kosten im Verhältnis zu neuen Hardware-Allokationen wenig und wirken sofort. Drittens: Bei der Bewertung von 1U- gegen 2U- oder 21-Zoll-Systeme lohnt ein Blick auf die Gesamtkosten über den Lebenszyklus, nicht nur auf den Anschaffungspreis pro Höheneinheit.

Meine Empfehlung: Lassen Sie sich nicht auf Verhandlungen über Kühlgeräte-Preise ein, ohne vorher die niedrig hängenden Früchte im Rack selbst geerntet zu haben. Die Investition in Blenden, korrekte Luftführung und ein vernünftiges Temperaturmonitoring amortisiert sich oft innerhalb weniger Monate – ohne dass ein neues Gerät bestellt werden muss.