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Massive Preiserhöhungen bei OVH: Arbeitsspeicher treibt Cloud-Kosten in die Höhe

Wer in den letzten Tagen sein Dashboard bei OVH geöffnet hat, dürfte gestutzt haben.

Massive Preiserhöhungen bei OVH: Arbeitsspeicher treibt Cloud-Kosten in die Höhe

Der Preissprung im Detail

Wie Golem.de berichtet, hat der französische Cloudanbieter einige Serverkonfigurationen massiv verteuert – in einzelnen Konfigurationen steigt der Preis dem Bericht zufolge um mehr als 80 Prozent. OVH-CEO benennt die Ursache ungewöhnlich direkt: Schuld sei die anhaltende Speicherkrise, die seit Monaten DRAM und NAND verteuert. Für IT-Verantwortliche und Wiederverkäufer heißt das: Die Cloud-Kalkulation für das laufende Quartal ist in vielen Häusern gerade neu zu rechnen.

Speicher als Preistreiber – und Microsoft zieht mit

Dass OVH die Preise anhebt, ist kein Solo-Effekt. Wie connect.de unter Berufung auf die taiwanische Wirtschaftszeitung UDN berichtet, hat Microsoft parallel die OEM-Gebühren für Windows seit Juli 2026 um durchschnittlich 7 bis 10 Prozent erhöht – deutlich stärker als die üblichen jährlichen Anpassungen im unteren einstelligen Prozentbereich. Als Hintergrund nennt UDN dieselbe Welle: Speicher, SSDs und Prozessoren sind seit der zweiten Jahreshälfte 2025 von Preissteigerungen und Lieferengpässen betroffen, getrieben vor allem von der hohen Nachfrage nach Hardware für KI-Server. Das bedeutet für die Praxis, dass die Kostenspirale gerade an mehreren Stellen gleichzeitig zuschlägt – Cloud-Miete, Betriebssystemlizenzen und am Ende auch die Endgerätepreise.

Worauf IT-Verantwortliche jetzt achten sollten

Wer bei OVH plant oder bereits Instanzen betreibt, sollte kurzfristig drei Dinge prüfen. Erstens: laufende Verträge und Reserved Instances – Konfigurationen mit hohem RAM-Anteil sind am häufigsten betroffen, ohne dass man es dem Namen der Maschine sofort ansieht. Zweitens die Frage, ob Workloads mit weniger Arbeitsspeicher laufen können als bisher angenommen; oft sind Maschinen überdimensioniert, weil niemand das Profil nachgeschärft hat. Drittens eine ehrliche Nachkalkulation der nächsten zwölf Monate: Solange DRAM und NAND knapp bleiben, ist die OVH-Erhöhung vermutlich kein Einzelschritt, sondern Teil einer Welle. Wer jetzt Alternativen in der Schublade hat – andere Regionen, Colocation mit eigener Hardware oder eine hybride Aufteilung – verschiebt die Abhängigkeit von einer einzigen Architektur auf einen Zeitpunkt, an dem der nächste Preissprung nicht mehr überrascht.