KI-Infrastruktur: Drei Profiteure des Rechenzentrums-Booms
Rund 474 Gigawatt an offenen Netzanschlussanträgen stapeln sich nach Angaben des texanischen Netzbetreibers ERCOT in dessen Anschlusswarteschlange. Wie ERCOT dem texanischen Senat am 29.

Juli mitteilte, entfallen davon etwa 90 Prozent auf Rechenzentrumsprojekte. Der historische Spitzenlastwert in Texas liegt bei 91.089 MW. Die Warteschlange übersteigt diesen Rekordwert um mehr als das Fünffache – mit direkter Wirkung auf Standortwahl, Stromverfügbarkeit und Lieferketten für IT-Infrastruktur.
Hardware-Backbone: Speicher und Fertigung
Western Digital konzentriert rund 86 Prozent der Erlöse auf Rechenzentrumskunden. Die Bruttomarge liegt bei etwa 50 Prozent. Im letzten Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen im HDD-Segment rund 12,9 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Duopolstellung mit Seagate bildet die Grundlage der Preissetzungsmacht. Risikoparameter: Technologiewechsel auf HAMR-Laufwerke, Margendruck bei künftigen Kapazitätserweiterungen, erhöhte Kursvolatilität um Quartalszahlen.
Celestica liefert End-to-End Supply Chain und Fertigung für Cloud, Hyperscaler, Industrie, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik. Mit AMD entwickelt das Unternehmen die rack-skalierte KI-Plattform Helios inklusive Hardware- und Softwaredesign.
Netzanschluss als Flaschenhals: ERCOT
Gouverneur Abbott ordnete eine ERCOT-Prüfung an. Der texanische Senatsentwurf 6 aus 2025 verlangt für Projekte über 75 MW Standortkontrolle und finanzielle Sicherheit. Die Public Utility Commission of Texas legte diese auf 50.000 US-Dollar pro Megawatt fest. Ein 500-MW-Standort bindet damit rund 25 Millionen US-Dollar Sicherheitsleistung.
Am 18. Juni genehmigte die PUCT das Batch-Zero-Rahmenwerk. ERCOT bündelt seither qualifizierte Großlastprojekte, analysiert deren kombinierte Netzwirkung und stuft jedes Projekt einzeln ein. Im Juli galten Anträge über rund 205 GW als qualifiziert. Die übrigen Volumina verbleiben in der Prüfung.
Integrität unter Zeitdruck
Eine Analyse des Anbieters Onnec warnt vor messbaren Kompromissen: Der hohe Bedarf an KI-Infrastruktur verleitet Rechenzentrumsbetreiber zu Abstrichen bei Bereitstellungsgeschwindigkeit, physischer Sicherheit und Betriebskosten. Die langfristige Netzwerkintegrität steht dadurch auf dem Spiel. Typische Folgeparameter: erhöhte Ausfallraten, thermische Engpässe, verkürzte Wartungsintervalle.
Parameter im Überblick
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Offene ERCOT-Anträge | ~474 GW | ERCOT, 29.07.2026 |
| Anteil Rechenzentren | ~90 % | ERCOT |
| Texas Spitzenlast | 91.089 MW | ERCOT |
| Sicherheit pro MW (SB 6) | 50.000 USD | PUCT |
| Schwelle SB 6 | >75 MW | Texas Senat |
| Batch Zero qualifiziert | ~205 GW | ERCOT, Juli 2026 |
| WD DC-Umsatzanteil | ~86 % | simplywall.st |
| WD Bruttomarge | ~50 % | simplywall.st |
| WD HDD-Umsatz | ~12,9 Mrd. USD | simplywall.st |
| WD-Marktstruktur | Duopol mit Seagate | simplywall.st |
| Celestica-Plattform | Helios (mit AMD) | simplywall.st |
Was zu beobachten bleibt: ERCOT-Genehmigungsrate, HAMR-Massenproduktion bei Western Digital, Helios-Deployment bei Celestica, dokumentierte Vorfälle zur Netzwerkintegrität unter Bereitstellungsdruck.