Weltweite IT-Ausgaben steigen 2026 rasant: Treiber sind Rechenzentren und IaaS
Center-Insider unter Berufung auf Gartner berichtet, steigen die weltweiten IT-Ausgaben 2026 auf 6,37 Billionen US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als stärkste Wachstumstreiber nennt Gartner Rechenzentrumssysteme und Infrastructure as a Service (IaaS), getrieben durch den Ausbau von KI-Infrastruktur. Für Einkäufer und Administratoren im Server- und Storage-Segment verschiebt sich der relative Capex-Anteil; Beschaffungsfenster werden enger, Lieferzeiten verlängern sich.
Wo das Budget landet
Rechenzentrumssysteme umfassen Server, Storage, Netzwerkkomponenten sowie die dazugehörige Energie- und Kühlinfrastruktur. IaaS bündelt die cloud-seitige Bereitstellung dieser Ressourcen als skalierbare Dienstleistung. Beide Segmente wachsen überproportional, weil KI-Workloads drei Parameter parallel erhöhen: Rechenleistung pro Knoten, Speicherbandbreite pro GPU und Rackdichte pro Quadratmeter.
Messbare Folgen für den Einkauf:
- Höhere Stückpreise je verfügbarer TFlop/s KI-Leistung
- Längere Lieferzeiten bei GPU-bestückten Konfigurationen mit schnellem Speicher
- IaaS-Tarife zunehmend mit mehrjährigen Mindestabnahmen und Kapazitätsreservierungen
- Energie- und Kühlbudgets treten als sekundärer Engpass neben die Hardwarebeschaffung
Speicher als Engpassfaktor
Golem.de zufolge muss AWS infolge hoher Speicherpreise rund 20 Milliarden US-Dollar zusätzlich aufwenden. Diese Größenordnung fällt direkt in das Cloud-Infrastruktursegment, das Gartner als Wachstumstreiber benennt. DRAM-Knappheit, hohe Nachfrage nach HBM und begrenzte Fertigungskapazitäten wirken als Kostenmultiplikator auf jeden KI-Server. Speicher ist nicht länger eine Komponente unter vielen, sondern primärer Kosten- und Liefertreiber.
Konkrete Beschaffungsparameter, die jetzt zu setzen sind:
- Zweitlieferantenstrategie bei DRAM-Modulen und SSDs qualifizieren
- Alternative Speicherarchitekturen als Kapazitätspuffer evaluieren
- Preisgleitklauseln und Belieferungsgarantien in laufenden Rahmenverträgen prüfen
- Verbrauchskennzahlen (GB/s pro Dollar, $/GB pro Monat im IaaS-Modell) als Standardmetriken einführen
Kennzahlen-Check für die nächste Budgetrunde
| Kennzahl | Prüfschritt |
|---|---|
| Capex-Anteil Server/Storage | Anteil am Gesamtbudget vs. Vorjahreswert |
| Lieferzeit GPU-Server | Wochen von Bestellung bis produktive Inbetriebnahme |
| $/TFlop KI-Rechenleistung | Effektiver Beschaffungspreis pro Workload |
| IaaS-Mindestabnahme | Vertragsbindung in Jahren, Ausstiegsklauseln |
| Speicherpreisindex | Quartalsnotierung DRAM/NAND als Budgetgrundlage |
| Leistungsaufnahme pro Rack | kW pro Höheneinheit, PUE-Auswirkung |
Einordnung: Die Gartner-Prognose beschreibt keinen gleichmäßigen Aufwärtstrend, sondern eine strukturelle Verschiebung. Hardware- und infrastrukturintensive Segmente wachsen überproportional, klassische Software- und Servicebudgets relativ langsamer. Wer 2026 Budgets freigibt, sollte Lieferzeiten, Speicherkosten und Energiekennzahlen als harte Planungsparameter priorisieren.