Neuer HBF-Speicherstandard: SK Hynix und SanDisk revolutionieren KI-Hardware
SK Hynix und SanDisk haben am 3. August 2026 auf dem Flash Memory Summit die offene Spezifikation für High Bandwidth Flash (HBF) vorgestellt.

Der unter dem Dach des Open Compute Project (OCP) entwickelte Standard zielt direkt auf den zentralen Engpass in KI-Beschleunigern ab: die Datenverarbeitung zwischen Speicher und Prozessor. Für IT-Architekten und Systemplaner bedeutet dies einen signifikanten Ansatzpunkt zur Skalierung von KI-Infrastrukturen, da die Speicherbandbreite bislang oft den Durchsatz begrenzte.
Technische Spezifikationen und Adressierung von "Data Starvation"
Der HBF-Standard spezifiziert NAND-basierten Speicher mit Kapazitäten von bis zu 512 GB pro Modul. Die Bandbreite liegt zwischen 0,4 und 3,0 TB/s. Dieser Wertebereich ist entscheidend, um das Phänomen der „Data Starvation“ zu bekämpfen, bei dem Recheneinheiten auf Datenzugriff warten müssen. Gründungsmitglieder der HBF-Allianz sind neben SK Hynix und SanDisk auch Google und Tenstorrent, was auf eine breite industrielle Anwendung abzielt. Die Serienproduktion von 375-lagigen NAND-Chips für diese Anwendungen ist für Anfang 2027 geplant.
Auswirkungen auf Server-Infrastruktur und Kühlung
Die Einführung leistungsstarker Speicherarchitekturen wie HBF steht in direktem Zusammenhang mit dem rasant steigenden Energiebedarf moderner KI-Cluster. Die Leistungsaufnahme pro Rack ist in den letzten Jahren von 18 kW auf voraussichtlich 34 kW gestiegen; zukünftige Systeme könnten bis zu 600 kW pro Rack erfordern. Gleichzeitig arbeiten Hersteller wie Everspin und MaxLinear an der Speichereffizienz von KI-Servern durch optimierte Hardware-Beschleunigungsplattformen. Diese Entwicklung erfordert von Infrastrukturverantwortlichen eine Neubewertung von Stromversorgung und Kühlkonzepten.
Praxisschritte für IT-Verantwortliche
Planer von KI-Rechenzentren sollten jetzt die Integration von HBF-Speicher in ihre Roadmaps aufnehmen. Konkret bedeutet das:
1. Evaluierung der Kompatibilität geplanter KI-Beschleuniger mit HBF-Modulen ab 2027.
2. Überprüfung der Kühl- und Stromverteilungskonzepte für künftige Höchstlast-Racks.
3. Analyse, wie eine höhere Speicherbandbreite bestehende GPU/TPU-Cluster entlasten kann und ob alternative Speicherarchitekturen wie MRAM für Metadaten-Management geeignet sind.
Die kommenden Evaluierungsmuster der Hersteller (ab August 2026 für alternative Module wie Kioxias XL-Serie) bieten erste Testmöglichkeiten.
HBF-Spezifikation (Zusammenfassung):
- Technologie: High Bandwidth Flash (HBF)
- Basis: NAND-Flash
- Max. Kapazität: 512 GB
- Bandbreite: 0,4 bis 3,0 TB/s
- Entwicklungsrahmen: Open Compute Project (OCP)
- Ziel: Behebung des Data-Starvation-Engpasses in KI-Beschleunigern
- Geplanter Serienstart der Basis-NAND-Chips: Anfang 2027