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Neue EU-Vorgaben für Enterprise-Server: Energieeffizienz im Leerlauf wird Pflicht

Laut Amtsblatt der Europäischen Union gelten für Enterprise-Server, die in der EU verkauft werden, neue Grenzwerte für den Leerlaufstromverbrauch und die Effizienz der Netzteile.

Neue EU-Vorgaben für Enterprise-Server: Energieeffizienz im Leerlauf wird Pflicht

Die Änderung aktualisiert die Verordnung 2019/424. Für Beschaffung und Betrieb zählt damit nicht nur die Rechenleistung eines Systems, sondern dessen Energieaufnahme im Zustand geringer Auslastung.

Leerlauf wird zum Beschaffungskriterium

Der Leerlaufbetrieb ist bei Servern kein Randwert. Systeme stehen auch außerhalb von Lastspitzen unter Spannung: Management-Controller, Speicher, Netzwerkschnittstellen und Netzteile bleiben aktiv. Neue Grenzwerte für den Leerlaufstromverbrauch verlagern den Fokus deshalb auf die Baseline eines Servers.

Für IT-Verantwortliche ergibt sich eine klare Prüfkette:

1. Servermodell für den EU-Vertrieb festlegen.

2. Angaben zum Leerlaufverbrauch und zum Netzteil in den Lieferantendaten abgleichen.

3. Konfigurationen getrennt bewerten: CPU-, Speicher-, Storage- und Netzwerkbestückung verändern die Leistungsaufnahme.

4. Messwerte und Konfigurationsstand mit der Beschaffungsakte dokumentieren.

Entscheidend ist die Zuordnung zwischen Datenblatt und realer Stückliste. Ein Plattformmodell kann in mehreren Ausbaustufen verfügbar sein. Für die Bewertung ist daher nicht allein die Chassis-Bezeichnung relevant, sondern die tatsächlich gelieferte Konfiguration.

Netzteil-Effizienz gehört in die Systembilanz

Die neue Vorgabe umfasst neben dem Leerlaufstromverbrauch ausdrücklich die Effizienz von Netzteilen. Das Netzteil ist damit kein austauschbares Nebenbauteil. Seine Verlustleistung wirkt direkt auf die elektrische Gesamtaufnahme und indirekt auf die thermische Last im Rack.

In der Praxis sollte die Prüfung nicht bei einer einzelnen Effizienzangabe enden. Relevant sind:

  • die Netzteilvariante der bestellten Serverkonfiguration,
  • die Angaben des Herstellers zur Effizienz,
  • die Versorgungstopologie im Rack,
  • die dokumentierte Leistungsaufnahme im vorgesehenen Betriebszustand.

Wenn die elektrische Eingangslast sinkt, reduziert sich auch die thermische Verlustleistung des Systems. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine bestimmte Einsparung im Rechenzentrum: Dafür fehlen in der Mitteilung Angaben zu konkreten Grenzwerten, Lastprofilen und Messverfahren. Belastbar ist zunächst nur, dass die Regelung die Kriterien für in der EU verkaufte Enterprise-Server verschärft.

Storage: Effizienz nicht isoliert bewerten

Parallel meldet AnandTech den Start der Massenproduktion von Samsungs PM1743a Enterprise-SSDs. Die PCIe-5.0-Laufwerke sollen höhere Datendurchsätze und eine verdoppelte Energieeffizienz für moderne Serverplattformen bieten.

Das ist für die Infrastrukturplanung vor allem ein Hinweis auf die Richtung der Komponentenentwicklung: Höherer Durchsatz und Energieeffizienz werden zunehmend gemeinsam bewertet. Für eine Beschaffungsentscheidung ersetzt diese Aussage jedoch keine Systemmessung. Die SSD ist nur ein Teil der Leistungsbilanz; Serverplattform, Netzteil und übrige Bestückung bleiben maßgeblich.

PrüfpunktBestätigter Stand
GeltungsbereichEnterprise-Server, die in der EU verkauft werden
Regulatorische ÄnderungUpdate der Verordnung 2019/424
Neue KriterienGrenzwerte für Leerlaufstromverbrauch und Netzteil-Effizienz
Storage-KontextSamsung PM1743a mit PCIe 5.0, höherem Durchsatz und laut Quelle verdoppelter Energieeffizienz
Offene technische DatenKonkrete Grenzwerte, Messwerte und Termine sind in den vorliegenden Angaben nicht genannt