Meldung

Kioxia CM10: Enterprise-SSDs mit PCIe 6.0 und Flüssigkühlung für Rechenzentren

Wie Borncity berichtet, hat Kioxia mit der CM10-Serie Enterprise-SSDs mit PCIe 6.0 und BiCS-FLASH der zehnten Generation vorgestellt. Die Laufwerke richten sich an moderne Rechenzentren und KI-Infrastrukturen und unterstützen eine direkte Flüssigkühlung.

Kioxia CM10: Enterprise-SSDs mit PCIe 6.0 und Flüssigkühlung für Rechenzentren

Für die Systemplanung ist entscheidend, dass PCIe 6.0 nicht für jede Bauform gilt: Die EDSFF-Varianten E3.S und E1.S nutzen die volle Schnittstellenbandbreite, während die klassische 2,5-Zoll-Version auf PCIe 5.0 begrenzt bleibt.

PCIe 6.0 ist an die Bauform gekoppelt

Kioxia positioniert die CM10-Serie für Serverlandschaften mit hohen Datenmengen und rechenintensiven Enterprise-Anwendungen. Als Speicherbasis kommt BiCS FLASH Gen10 TLC zum Einsatz. Je nach technischer Ausführung reicht die angegebene Kapazitätsspanne von 1,60 TB bis 61,44 TB.

Die Leistungssteigerung gegenüber der Vorgängerserie CM9 fällt laut Herstellerangaben unterschiedlich aus:

ParameterAngabe zur CM10
Schnittstelle E3.S/E1.SPCIe 6.0
Schnittstelle 2,5 ZollPCIe 5.0
Kapazitäten1,60 bis 61,44 TB
SpeicherBiCS FLASH Gen10 TLC
Sequenzielles Lesen gegenüber CM9bis zu 92 % höher
Zufälliges Lesen gegenüber CM9bis zu 85 % höher
StandardsNVMe 2.1, OCP 2.7, FDP
KühlungDirect-Cold-Plate-Liquid-Cooling für EDSFF
KI-KompatibilitätNVIDIA CMX bestätigt

Die Werte sind als maximale Steigerungen zu verstehen. Eine Übertragung auf jede Kapazität, jede Queue-Tiefe oder jeden Server ist aus den vorliegenden Angaben nicht möglich. Für eine belastbare Beschaffung fehlen weiterhin konkrete Benchmarks pro Modellvariante.

Flüssigkühlung verändert die Integrationsprüfung

Die Unterstützung für Direct-Cold-Plate-Liquid-Cooling ist der wichtigste Unterschied zur üblichen SSD-Planung. Bei E3.S- und E1.S-Laufwerken muss nicht nur die elektrische Kompatibilität geprüft werden. Auch der mechanische Aufbau des Cold Plates, die Position im Server, die Kühlkreisläufe und die Freigabe des Plattformherstellers werden zu technischen Auswahlkriterien.

Für Betreiber bedeutet das eine klare Wenn-Dann-Kette:

  • Wenn ein Server ausschließlich 2,5-Zoll-Laufwerke aufnimmt, ist die PCIe-6.0-Funktion der CM10 nicht verfügbar.
  • Wenn EDSFF-Bays vorhanden sind, muss die Backplane PCIe 6.0 unterstützen.
  • Wenn Flüssigkühlung eingesetzt wird, müssen SSD, Cold Plate und Serverplattform gemeinsam freigegeben sein.
  • Wenn die vorhandene Infrastruktur nur PCIe 5.0 bereitstellt, ist ein Wechsel auf die CM10 kein automatischer Leistungssprung.

Unabhängig vom Formfaktor unterstützt die Serie laut den vorliegenden Informationen NVMe 2.1, OCP 2.7 und Flexible Data Placement. Die bestätigte Kompatibilität mit NVIDIA CMX zielt auf die Integration in KI-beschleunigte Systeme. Daraus folgt jedoch keine pauschale Aussage über den Durchsatz einer vollständigen KI-Plattform. Netzwerk, CPU, Beschleuniger, Dateisystem und Softwarepfad bleiben separate Engpassstellen.

Was vor einer Beschaffung zu prüfen ist

Die ersten Muster der CM10-Serie werden an ausgewählte Kunden verteilt. Eine detaillierte Hardwarepräsentation war für die Fachmesse FMS vom 4. bis 6. August 2026 in Santa Clara vorgesehen. Angaben zu Marktpreisen und zur allgemeinen Verfügbarkeit liegen laut Quelle noch nicht vor.

Für eine Server- oder Storage-Ausschreibung sollten daher zunächst vier Punkte dokumentiert werden:

1. Formfaktor: E3.S, E1.S oder 2,5 Zoll.

2. PCIe-Pfad: Unterstützt die Backplane tatsächlich PCIe 6.0 oder nur PCIe 5.0?

3. Thermik: Ist direkte Flüssigkühlung mechanisch und systemseitig vorgesehen?

4. Workload: Werden sequenzielle Lesezugriffe, zufällige Lesezugriffe oder gemischte Lastprofile priorisiert?

Die CM10 ist damit vor allem eine Plattformankündigung für hochverdichtete Rechenzentren. Der praktische Nutzen hängt nicht allein vom SSD-Datenblatt ab. Entscheidend ist, ob Serverchassis, Backplane, Kühlung und Software-Stack die neue Schnittstelle als Gesamtsystem ausnutzen können.