Europas Rechenzentrumsmarkt: Warum Sekundärstandorte die neuen Hotspots sind
Laut Colliers EMEA Data Centres Market Report H1 2026 umfasst die operative Rechenzentrumskapazität in EMEA rund 12,5 GW. Die FLAP-D-Kernmärkte London, Frankfurt, Amsterdam, Paris und Dublin stoßen an Strom- und Flächengrenzen.

Sekundärstandorte in Zentral- und Osteuropa sowie Österreich übernehmen den Kapazitätszuwachs. Parallel definiert Microsoft mit dem Umweltbericht 2026 und neuen AMD-Lieferverträgen die Hardware-Vorgaben für die nächste Ausbauphase.
Wachstumsachse verschiebt sich
FLAP-D bleibt das Rückgrat durch hohe Konnektivität und bestehende Hyperscale-Strukturen. Das Wachstum verlagert sich in angrenzende Regionen mit verfügbarer Energie und kürzeren Genehmigungswegen:
- Mailand, Madrid, Lissabon, Helsinki
- Nordengland, Aragón, Hauts-de-France, Jütland
Limitierende Faktoren in FLAP-D: Stromengpässe, knappe Flächen, komplexe Genehmigungsverfahren. Wenn die Standortengpässe in FLAP-D anhalten, steigt der Druck auf Sekundärmärkte mit freier Energie und beschleunigbaren Verfahren.
Österreich im Detail:
- Operative IT-Kapazität national: ~100 MW
- Konkrete Entwicklungspipeline: ~170 MW
- Frühphase: ~266 MW
- Wien operativ: ~82 MW (>80 % der nationalen Kapazität)
- Colliers Market Dynamics Rating: A1 — „A" für hoch entwickelten, international relevanten Markt, „1" für sehr starke Wachstumsperspektiven
- Direkte Glasfaseranbindungen: Frankfurt, München, Zürich, Prag, Bratislava, Budapest, Südosteuropa, Balkan
Microsoft setzt Hardware-Maßstäbe
Microsoft betreibt >500 Rechenzentren in 80 Regionen. Der Umweltbericht 2026 setzt geschlossene Flüssigkühlung, mehrstöckige Massivholzbauten und Verträge über bis zu 40 GW CO2-freien Strom als Standard. Hardware-Recyclingquote: 92 %.
Lieferzusagen mit direkter Relevanz für den Handel:
- AMD Helios-Rack: Instinct MI455X GPU + EPYC-Venice-CPU, Auslieferung H2 2026.
- HDv2 (Azure): 500 Kerne, 4 TB RAM, autonome KI-Workloads.
- HXv2 (Azure): 176 Kerne, InfiniBand-Vernetzung, Halbleiterdesign.
- Mistral-Kooperation: NVIDIA Vera Rubin GPUs für europäische KI-Infrastruktur.
- Standard: UALink-over-Ethernet als Alternative zu proprietären Lösungen.
NVIDIA DSX-MaxLPS-Plattform für Vera Rubin: geschlossene Flüssigkühlung, 45 °C Eingangstemperatur. Laut verfügbarer Meldung soll Helios 25–30 % der Azure-Infrastruktur stellen.
Spezifikationen im Überblick:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| EMEA operativ | 12,5 GW |
| Österreich operativ | 100 MW |
| Österreich Pipeline | 170 MW |
| Österreich Frühphase | 266 MW |
| Wien operativ | 82 MW |
| Wien Rating (Colliers) | A1 |
| Microsoft Standorte | >500 (80 Regionen) |
| CO2-freier Strom | bis 40 GW |
| Hardware-Recycling | 92 % |
| Helios GPU | Instinct MI455X |
| Helios CPU | EPYC Venice |
| HDv2 Kerne / RAM | 500 / 4 TB |
| HXv2 Kerne / Netz | 176 / InfiniBand |
| Vera Rubin Kühlung | DSX-MaxLPS, 45 °C Inlet |
| Helios-Anteil Azure | 25–30 % |
Prüfliste Beschaffung
1. Helios-Lieferfenster H2 2026 in Forecasts und Kunden-RFCs einplanen.
2. Geschlossene Flüssigkühlung als Standardannahme für neue KI-Racks setzen, 45 °C Inlet-Temperatur prüfen.
3. Sekundärstandorte (Wien, Mailand, Madrid) auf kürzere Genehmigungswege und stabilere Energieverfügbarkeit evaluieren.
4. UALink-over-Ethernet als offene Standardoption in RFPs verankern, um Anbieterbindung gegenüber NVLink/InfiniBand zu reduzieren.